Biogas

Regenerative Energien - Biogasanlagen

Funktionsweise von Biogasanlagen

In Biogasanlagen wird Biomasse mit Hilfe von Mikroorganismen in energiereiches Biogas umgewandelt, das anschließend zur Energieerzeugung genutzt werden kann. Als Ausgangsstoffe für die Biogaserzeugung dienen neben Gülle und organischen Abfällen (Bioabfälle) häufig nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Mais, Gras und Getreide. 

In der Bundesrepublik Deutschland wurden mit Stand 2016 ca. 9.200 Biogasanlagen mit einer installierten, elektrischen Leistung von ca. 4,2 Megawatt betrieben. Das in den Anlagen erzeugte Biogas mit einem Methangehalt von ca. 50-55% wird überwiegend lokal in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von elektrischer Energie verbrannt. Gleichzeitig kann die im Verbrennungsprozess freiwerdende Wärmeenergie vor Ort bzw. über Wärmenetze zur Beheizung von Gebäuden oder für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. 
In ca. 200 Biogasanlagen wird das erzeugte Biogas mittels spezieller Gasaufbereitungstechnik zu Bioerdgas mit einem Methangehalt von >95% veredelt und direkt in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist. Am Ort des Energiebedarfs kann das Bioerdgas aus dem Erdgasnetz entnommen und der Energiegehalt in vollem Umfang genutzt werden. Dadurch wird der Gesamtwirkungsgrad der Energiegewinnung aus Biogas erheblich gesteigert.
Die Biogaserzeugung erfolgt unter Ausschluss von Sauerstoff in Gärbehältern (Fermenter). Die Ausgangsstoffe werden über spezielle Dosiertechnik in die Gärbehälter eingebracht und dort mit dem flüssigen Gärsubstrat im Behälterinneren vermischt. Durch verschiedene Arten von Mikroorganismen werden die Ausgangsstoffe durch biochemische Reaktionen aufgeschlossen, in ihre Bestandteile zerlegt und abbaubare Bestandteile zu Essigsäure umgewandelt, die durch spezielle Mikroorganismen zu Methangas umgewandelt werden kann. Das entstandene Biogas tritt aus dem Gärsubstrat aus und wird in Gasspeicherhauben oberhalb der Gärbehälter zwischengespeichert. Von dort wird es zur weiteren Verwertung über Gasleitungen in Blockheizkraftwerke oder eine Biogasaufbereitungsanlage geleitet.