
15.08.2011
Mammendorf - Biogas aus Egg bei Mammendorf soll künftig helfen, die Einwohner im fränkischen Herzogenaurach mit Strom und Wärme zu versorgen. Der Bau der Großanlage, in der es erzeugt, aufbereitet und in Erdgasqualität ins Netz eingespeist wird, hat bereits begonnen. Auf dem drei Hektar großen Gelände, ehemaligen Feldern der Familie Huber aus Egg, sind die Erdarbeiten in vollem Gange. Schon im Mai nächsten Jahres soll die Anlage Gas liefern, das dann in Herzogenaurach weiterverarbeitet wird. Beim nachgezogenen symbolischen Spatenstich würdigten jetzt Mammendorfs Bürgermeister Johann Thurner und sein Amtskollege aus Herzogenaurach, German Hacker, das Projekt als interkommunalen Beitrag zur Energiewende. Die 24 000-Einwohner-Stadt Herzogenaurach will wie der Landkreis Fürstenfeldbruck bis 2030 den Energieverbrauch zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien decken und aus dem Gas Strom und Wärme gewinnen. „Wir haben nicht die landwirtschaftliche Struktur, die es erlaubt hätte, bei uns eine Biogasanlage zu errichten", erklärte Hacker. Die langfristig gesicherte Biomethanlieferung durch die Biogasanlage-Mammendorf sei für sein Unternehmen Voraussetzung für eine stabile und nachhaltige Entwicklung eines „erneuerbaren Energiekonzeptes", ergänzte Jürgen Bauer von den Stadtwerken Herzogenaurach, der HerzoWerke GmbH. Laut Hermann Abel von der Projektgesellschaft Abel ReTec (AR), haben die Herzo Werke vertraglich zugesichert, 20 Jahre lang das Mammendorfer Biogas abzunehmen. Die Anlage bei Egg wird von der BGA Mammendorf GmbH & Co. KG betrieben, einer Tochtergesellschaft der Abel Energiepark GmbH, an der auch AR aus Engelsberg bei Trostberg beteiligt ist. Drei bis vier Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. AR-Geschäftsführer Roland Huber informierte darüber, dass zuerst das Fahrsilo gebaut werde, um das bei der Herbsternte anfallende Siliergut noch einlagern zu können. Wie berichtet, lehnte der Mammendorfer Gemeinderat unlängst den Antrag ab, zur Überbrückung Schlauchsilos anzulegen, falls das Fahrsilo doch nicht fertig werden sollte. Abel dankte den Landwirten, die sich vertraglich verpflichteten,Grüngut wie Gras, Silomais, Klee, Hülsenfruchtpflanzen und Zwischenfrüchten anzubauen und so den dauerhaften Betrieb der Anlage garantieren. Für die Bauern sei dies ein weiteres Standbein zur Sicherung ihres Betriebseinkommens. Besonderes Lob zollten Abel und Thurner der Mammendorfer Gemeindeverwaltung, die sich für das einmalige Großprojekt „mächtig ins Zeug gelegt" habe. Laut AR-Geschäftsführer Huber werden in der Anlage jährlich rund drei Millionen Kubikmeter Biomethangas erzeugt, womit 3000 Vier-Personen-Haushalte mit regenerativer Energie und zusätzlich nach den Plänen der Herzo-Werke etwa 1200 mit Wärme versorgt werden können. „Das bedeutet auch, dass drei Millionen Kubikmeter weniger Gas eingeführt werden müssen und die Wertschöpfung in der Region bleibt", sagte Abel. Zudem würden pro Jahr 7500 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre abgegeben als beim Verbrauch von fossilen Brennstoffen.
Mammendorf/Egg, den 15.08.2011
Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 186 Seite R4 vom 15.08.2011
Foto: Johannes Simon
Artikel: Von Manfred Amann
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